Heizen

“ Wir haben nie so gefroren wie bei unserem erstem Winter auf Mallorca “  klingt paradox wenn dies jemand sagt, der aus dem kalten Norden kommt und  endlich zum ersten mal im warmen Süden überwintern kann.

Nur die wenigsten Häuser auf den Baleareninseln sind so konzipiert und gebaut, dass man ohne Heizung komfortabel über den Winter kommt, d.h. wo die Temperatur im Wohnzimmer tagsüber nicht unter 18 Grad fällt. Viele Einheimische kommen damit ganz gut zurecht. Ein Kohlenbecken unter dem dicken, fast bis zum Boden reichenden Tischtuch war früher die traditionelle Art, wenigstens am Tisch mit warmen Füssen und Beinen zu sitzen. Ebenso traditionell ist das Feuer am offenen Kamin in der Küche. Sich beim Feuer aufzuhalten ist angenehm, ein Haus damit zu beheizen ist schwierig, die Wärme entweicht zu rasch aus dem Kamin.

Im folgenden sollen stichwortartig verschiedene Heizsysteme vorgestellt werden:

 

elektrische Heizungen:

  • kleine Heizlüfter mit Ventilator: günstig im Ankauf, sehr flexibel in der Verwendung da überall einsetzbar wo eine genügend starke Steckdose vorhanden ist. Erzeugt augenblicklich warme Luft, eine Speicherfähigkeit der Wärme fehlt.
  • Rippenheizkörper auf Rollen: mit Öl gefüllt und elektrisch aufgeheizt, braucht ebenfalls nur eine Steckdose, ist transportabel, keine störenden Ventilatorengeräusche. Benötigt eine Aufwärmzeit  und gibt auch nach dem Ausschalten noch Wärme ab.
  • fix montierter Heizkörper an der Wand: benötigen ebenfalls eine genügend dimensionierte Steckdose. Der Heizkörper kann aus Metall sein und verschiedene Formen aufweisen, es gibt Modelle mit relativ leisen Ventilatoren für eine effizientere Wärmeabgabe oder die typischen  Handtuchtrockner aus runden Rohren.
  • Marmorheizungen gehören ebenfalls zu dieser Kategorie, hier wird anstatt Öl eine flache Steinplatte elektrisch aufgeheizt.
  • Infrarotheizungen: sie benutzen elektrische Energie zur Erzeugung einer Infrarotstrahlung. Diese erwärmt nicht direkt die Raumluft sondern die von ihr angestrahlten Objekte (Wand, Personen,..)
  • Elektrische Bodenheizung: unter den Böden werden Matten bestehend aus elektrischen Leitern verlegt. Sie erwärmen den Boden gleichmässig. Aus Sicherheitsgründen sollte zum Verlegen eine Spezialfirma beigezogen werden.

Alle Elektroheizungen können mit einem meist bereits eingebauten Thermostat reguliert werden. Dieser unterbricht die Stromzufuhr automatisch sobald die eingestellte Temperatur der Raumluft erreicht ist und schaltet sie bei Bedarf wieder ein.

Wer ein ganzes Haus oder eine grosse Wohnung elektrisch beheizen will, muss vor dem Kauf unbedingt abklären, ob genügend Leistung vorhanden ist und die vorgesehenen Steckdosen für die Benutzung zulässig sind. Als Faustregel kann gesagt werden, dass diese Anforderungen bei Altbauten selten erfüllt werden. Fünf mittelgrosse Elekroheizkörper benötigen schnell einmal 6 Kilowatt (1 KW = 1000W ).  Welche Leistung Ihnen vertraglich  zur Verfügung steht, können Sie einer Stromrechnung entnehmen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Leistung anderer vorhandenen Stromfresser wie Elektroherd, Backofen, Waschmaschine, Elektroboiler, Geschirrspüler ……. bei gleichzeitigem Betrieb dazu summiert werden muss und dadurch schnell einmal eine Leistung von 10 KW benötigt wird. Muss beim Elektrizitätswerk eine Erhöhung der vertraglich vereinbarten Leistung beantragt werden, muss ein lizenzierter Elektriker den Antrag stellen und gleichzeitig zertifizieren, dass die Hausinstallation normgerecht ist. Ein Check vor Ort ist unumgänglich und in vielen Fällen muss die vorhandene Installation verbessert werden.

Was auf den ersten Blick einfach wirkt, kaufen, einstecken und nicht mehr frieren, ist in Wirklichkeit komplizierter. Ein einfacher Heizlüfter, temporär eingesetzt um vor einer Dusche das Bad zu temperieren, ist meistens problemlos möglich. Die meisten Badezimmer sind mit einer entsprechenden Steckdose ausgerüstet. Zwischen Steckdose und dem Nassbereich muss ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter eingehalten werden. Ein Elektroschlag unter der Dusche oder in der Badewanne könnte tödlich enden.

Elektrisch heizen ist nicht gerade billig. Rechnet man Fixgebühren und Steuern dazu, kostet auf den Balearen eine KWH (Kilowattstunde) Strom rund 0,20 €. Der Betrieb eines Heizkörpers mit 1,5 KW Leistung kostet sie also  1,5 x 0,20 = 0,30 € pro Stunde. 10 Stunden pro Tag in Betrieb ergibt  3,00 € pro Tag  oder 90.- € pro Monat. Bei vier Radiatoren sind es bereits 720.- €  Mehrkosten bei der 2-monatigen Stromrechnung.

Günstiger Nachtstrom ist im Norden üblich, um z.B. sogenannte Elektrospeicher-heizungen nachts zu betreiben, um tagsüber die gespeicherte Wärme wieder abzugeben. Damit kann viel Geld gespart werden. Dies Möglichkeit ist auf den Balearen bei Privathaushalten selten vorgesehen. Werbung die behauptet, ihre Heizkörper benötigen weniger Energie, ist mit Vorsicht zu geniessen. Ich persönlich glaube nicht daran.

Aussagen über die ökologischen Aspekte einer Elektroheizung sind oft ebenfalls verzerrt. Es stimmt  zwar, dass am Ort des Betriebes eines Elektrogerätes keine schädlichen Abgase erzeugt werden. Aber in die Ökobilanz muss die Erzeugung der verbrauchten Energie mit einbezogen werden. Für die Balearen sind dies vor allen Kohlekraftwerke mit einem Wirkungsgrad von vielleicht 45%. Dies bedeutet. dass von der theoretischen Energie die, durch das Verbrennen der Kohle freigegeben wird, nicht einmal die Hälfte davon in elektrische Energie verwandelt wird, der Rest ist ungenutzte Abwärme. Wer also die Kohle direkt bei sich zu Hause verbrennt, gewinnt aus ihr mehr Wärme als beim Umweg über ein Kohlekraftwerk und elektrische Heizkörper.

 

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind eine ökologisch sinnvolle Alternative zu den elektrisch betriebenen Radiatoren. Hier wird die Elektrizität nicht direkt in Wärme umgewandelt sondern dient als Antrieb von Kompressoren. Bis zu 80% der abgegebenen Wärme im Haus werden zum Beispiel aus der Umgebungsluft gewonnen.  In Euros ausgedrückt bedeutet dies, dass es möglich ist, damit eine ganzes Haus warm zu halten (und im Sommer zu kühlen), ohne dass die Stromrechnung sich dadurch verdreifacht.

In einem Folgekapitel soll eine vor zwei Jahren erstellte Anlage detailliert vorgestellt werden

Öl- und Gasheizungen:                 in Vorbereitung

Holzheizungen                                 in Vorbereitung

Solarheizungen                                in Vorbereitung

Kleinkraftwerke                               in Vorbereitung

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